MDM

Jamf vs. Intune: Welches MDM passt zu welchem Unternehmen?

Jamf Pro und Microsoft Intune sind beide exzellente MDM-Plattformen. Aber sie sind nicht austauschbar — und die Wahl der falschen Plattform kostet Unternehmen Jahre und sechsstellige Beträge an Migrations-Aufwand. Hier ist die ehrliche Entscheidungshilfe aus der Praxis.

In den letzten Jahren haben wir Dutzende MDM-Projekte begleitet — von der grünen Wiese bis zur Migration zwischen Plattformen. Eine Frage taucht in fast jedem Erstgespräch auf: „Sollen wir auf Jamf oder auf Intune setzen?"

Die ehrliche Antwort ist meistens: Es kommt drauf an. Aber „es kommt drauf an" ist als Beratungsantwort wertlos. Lass uns konkret werden.

Die kurze Antwort vorab

Wenn du jetzt schon weiterscrollen würdest:

Was Jamf richtig stark macht

Jamf ist seit über 20 Jahren ausschließlich auf Apple spezialisiert — und das merkt man in jedem Detail. Wenn Apple ein neues iOS-Feature vorstellt, ist Jamf typischerweise am Tag der Verfügbarkeit bereits damit kompatibel. Microsoft braucht für Apple-Features oft Wochen bis Monate.

Wo Jamf glänzt

Wo Jamf schwächelt

Was Intune richtig stark macht

Intune ist Teil des Microsoft-Ökosystems — und das ist gleichzeitig seine größte Stärke und seine größte Schwäche. Wenn dein Unternehmen sowieso auf M365, Entra ID und Windows läuft, ist Intune eine natürliche Wahl mit minimalem Reibungspunkt.

Wo Intune glänzt

Wo Intune schwächelt

Der direkte Vergleich

KriteriumJamf ProMicrosoft Intune
Apple-Geräte (Tiefe)★★★★★★★★☆☆
Windows-Geräte★★★★★
Android-Geräte★★★★☆
Day-Zero Apple-SupportJaVerzögert
Lizenz oft schon vorhandenNein, separatJa, mit M365 E3/E5
M365 / Entra ID IntegrationMöglich, aber separatNativ, tief
Self Service / App-KatalogSehr ausgereiftFunktional
Komplexität für AdminsHoch (aber konsistent)Hoch (und verstreut)
Preis pro Gerät / Monat~3,50–4,50 €Oft 0 € (in M365 enthalten)

Die wahre Frage: Wer ist dein Unternehmen?

Die MDM-Wahl hängt weniger von technischen Features ab als davon, welche Art von Unternehmen du bist. Drei typische Profile:

Profil 1: Die Apple-First-Agentur

Kreativbranche, Tech-Startup, Designagentur, Architekturbüro. Alle laufen auf MacBooks und iPhones, Windows höchstens für eine Buchhalterin. Apple-Geräte sind nicht nur Werkzeug, sondern Teil der Identität.

Empfehlung: Jamf Pro. Hier zahlt sich jede Investition in Jamfs Apple-Tiefe direkt aus. Self Service mit nativer macOS-Optik macht User glücklich. Day-Zero-Support für neue Macs ist nicht verhandelbar.

Profil 2: Der Windows-Mittelständler mit M365

Klassischer Mittelstand: 200 Mitarbeitende, alle auf Windows-Notebooks, M365-Lizenzen sowieso vorhanden, vereinzelte iPhones für die Geschäftsführung. IT-Team hat Microsoft-Background.

Empfehlung: Intune. Lizenz ist schon da, das Team kennt sich mit Microsoft aus, Autopilot löst Windows-Onboarding elegant. Die paar iPhones lassen sich pragmatisch mitverwalten.

Profil 3: Der gemischte Konzern

Großunternehmen mit echter Heterogenität: Entwickler haben MacBooks, Vertrieb hat Windows-Notebooks, Außendienst hat iPads, Fertigung hat Android-Tablets. 1.000+ Geräte verschiedenster Art.

Empfehlung: Beide. Hybrid-Setup. Jamf für die Apple-Welt, Intune für Windows + Android. Über Entra ID werden Compliance-Status und Conditional Access zentral gesteuert. Das ist mehr Aufwand in der Einrichtung, aber jede der beiden Plattformen kann sich auf das konzentrieren, was sie am besten kann.

Häufiger Irrtum

„Wir haben doch M365 — dann nehmen wir natürlich Intune auch für unsere MacBooks." Klingt logisch, ist aber bei Apple-lastigen Flotten der häufigste Grund für Frust nach 6 Monaten. Die monatlichen 3,50 € pro Gerät für Jamf sind oft die beste IT-Investition, die du je tätigst.

Was bei der Migration zwischen den Systemen wichtig ist

Wenn du heute schon ein MDM hast und wechseln willst, beachte:

Die Kostenfrage ehrlich

Wer rein nach Sticker-Preis vergleicht, wählt Intune. Aber das ist eine unvollständige Rechnung. Die ehrlichen Total-Cost-of-Ownership-Faktoren:

Unser Fazit

Es gibt kein „besseres" MDM — nur das passendere für eine konkrete Situation. Wer Apple ernst nimmt, kommt an Jamf nicht vorbei. Wer M365-zentrisch ist und vorwiegend Windows fährt, fährt mit Intune perfekt. Und für gemischte Welten ist die hybride Architektur fast immer die beste Antwort.

MDM-Strategie auf den Prüfstand?

Wir begleiten MDM-Projekte von der Strategie über die Implementierung bis zum laufenden Betrieb. Jamf, Intune oder beides — wir kennen die Stolpersteine.

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